L 20/257 - Verlegung Schulschiff Deutschland statt Ersatzbau Seute Deern

L 20/257 - Verlegung Schulschiff Deutschland statt Ersatzbau Seute Deern

Beitragvon Moderator » Mo 9. Nov 2020, 15:38

Herr Jan-Erik Hansen hat nachstehende Petition eingereicht:

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit der Petition soll erreicht werden, dass

1.den genannten Vorwürfen und Sachverhalten des Buches –„Die öffentliche Verschwendung“-Ausgabe 2020 des Schwarzbuches vom Bund der Steuerzahler nachgegangen und die Vorgänge
aufgeklärt werden.

2. dass dieses Problem grundsätzlich und allgemein gelöst und beantwortet wird, damit es sich zeitnah, zukünftig und dauerhaft nicht wiederholt.



Es sollten ferner positiv den Sachverhalt ändernde Konsequenzen und Missbilligungen erfolgen.


Mit freundlichen Grüßen
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WAS IST PASSIERT?
Bremerhaven (HB). Nur etwas mehr als die Hälfte ihres 101-jährigen Bestehens hat die „Seute Deern“ (übersetzt: süßes Mädchen) in Bremerhaven verbracht. Im Jahr 1919 lief sie unter dem Namen „Elisabeth Bandi“ im US-Bundesstaat Mississippi vom Stapel. Über Finnland, Lübeck, die Niederlande und Emden gelangte das Schiff schließlich 1966 nach Bremerhaven. Das dortige Deutsche Schifffahrtsmuseum erhielt den hölzernen Dreimaster 1972 als Gründungsgeschenk von der Stadt, wo er fortan als Museums-, Restaurant- und Trauungsschiff genutzt wurde. Seit 2005 steht die „Seute Deern“ unter Denkmalschutz.

Das Problem: Ein so altes Schiff, dazu noch aus Holz, benötigt Pflege sowie regelmäßige Instandsetzungsarbeiten. Das notwendige Geld konnte das Schifffahrtsmuseum jedoch kaum aufbringen, schließlich war der alte Holzsegler nicht das einzige Museumsschiff im Hafen.

Nach einem Brand im Februar 2019, durch den die ohnehin stark angegriffene Substanz der „Seute Deern“ noch mehr in Mitleidenschaft gezogen wurde, mussten sechs Pumpen im Rumpf installiert werden, die täglich bis zu 150.000 Liter Wasser abpumpten. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Sanierungsbedarf bereits auf mehr als 30 Mio. Euro geschätzt.

Im August 2019 fiel eine Pumpe aus, und das Schiff sank mehrere Meter tief bis in den Schlick des Hafenbeckens. Für die Bergung rund drei Wochen später musste das Land Bremen 1,1 Mio. Euro bereitstellen. Die Havarie hat den Zustand der hölzernen Bark weiter verschlechtert, Gutachter sprachen sogar von einem „konstruktiven Totalschaden“. Da Bremens Finanzsenator eine Sanierung aus nachvollziehbaren Gründen ablehnte, beschloss der Stiftungsrat des Museums im Oktober 2019 den „Rückbau“ des Schiffs. Die Akte „Seute Deern“ schien geschlossen.

Einen Monat später erschien überraschend ein neuer Akteur auf der Bildfläche: In seiner Bereinigungssitzung im November 2019 beschloss der Haushaltsausschuss des Bundestages, bis zu 46 Mio. Euro für einen Nachbau der „Seute Deern“ bereitzustellen – ohne eine Kofinanzierung vor Ort zu verlangen. Diesem millionenschweren „Geschenk“ aus Berlin können in Bremen und Bremerhaven viele nicht widerstehen und pochen nun auf den Nachbau. Aktuell werden verschiedene Varianten untersucht.

Dabei gäbe es auch eine günstige Alternative: Die „Schulschiff Deutschland“, ebenfalls ein Dreimaster, liegt derzeit in Bremen-Vegesack vor Anker, sucht aber einen neuen Liegeort. Eine Verlegung in den Museumshafen in Bremerhaven wäre möglich. Damit würde auch noch ein Stück Bremerhavener Geschichte zu ihrem Ursprung zurückkehren: Die „Schulschiff Deutschland“ war 1927 in einer Werft in Geestemünde, einem Stadtbezirk Bremerhavens, vom Stapel gelaufen.

DER BUND DER STEUERZAHLER FORDERT
Statt des Neubaus sollten sich die Verantwortlichen um eine Verlegung der „Schulschiff Deutschland“ bemühen. Warum sollte man Millionen für die Kopie eines US-Segelschiffs vergeuden, wenn es auch ein viel günstigeres, nicht minder historisch bedeutsames Bremerhavener Original sein könnte?
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