S 20/137: Erhalt des Kunstwerks in der Kolhökerstr. 29

S 20/137: Erhalt des Kunstwerks in der Kolhökerstr. 29

Beitragvon Moderator » Di 13. Okt 2020, 07:00

Herr Martin G. Schultz hat nachstehende Petition eingereicht:

"Für den Erhalt der Uiberallschen Boule-Kugeln mit dazu gehörigem Baumbestand auf dem Vorplatz der ehemaligen LZB-Bank in der Kohlhökerstr. 29

Wortlaut der ePetition:

Seit dem 30. September 2015 sind die Filiale der Deutschen Bundesbank, der Rechnungshof (2016) und nach und nach diverse Reedereien, Schiffsmakler und Agenturen aus dem ehemaligen im Jahre 1983 fertig gestellten Bankgebäude der LZB in der Kohlhökerstr. 29 ausgezogen. Das Gebäude wurde an einen Investor aus Hamburg verkauft. Die Stadt Bremen hat sich nicht dafür interessiert.

Seitdem steht das Gebäude leer und wird nur gelegentlich von der Polizei zu Übungszwecken genutzt.

Auf dem von Karl-Peter Schreckenberg (*) gestalteten strassenseitigen Vorplatz befinden sich sechs überdimensionale Boule-Kugeln in verschiedenen Farbtönen aus Granit, die von Bernd Uiberall (* 1943 + 2003) in Laufspuren aus Sandstein gelegt worden sind. Wenn man sich ihnen als Fussgänger das erste Mal nähert, fragt man sich, was die riesigen Kugeln auf dem zur Strasse hin abschüssigen Gehweg am Weiterrollen abhält...

Eine der Antworten darauf findet man im "architektenführer bremen", der seit dem Jahre 1950 auf dem laufenden gehalten wird. (**)

Zitat: "Bei aller neuen Harmonie verweist allein die "Kunst am Bau" in Gestalt überdimensionaler Boule-Kugeln auf die physische Dimension des Planspiels, das hier einst betrieben wurde".

Kommentar: Mit "Planspiel" ist hier wohl das behördliche Gerangel mit betroffenen Anliegern und dem zuständigen Beirat (****) um den 1. Entwurf des Bankgebäudes bei einem Wettbewerb im Jahre 1972 (***) bis zur Fertigstellung im Jahre 1983 gemeint. Der Beirat Mitte wurde in diesem Zusammenhang im Weser-Kurier vom 26./27. Februar 1977 / Seite 16 sogar als "Betroffenheitsbeirat" bezeichnet. Immerhin wurden auch unter dem Einfluss der damaligen Widerstände gegen die Planung der Mozarttrasse und eines Bauhofes die ursprünglichen Planungen für die LZB zum Teil verworfen.

Zitat: "Die Modifikation (des neuen Entwurfs) ist hervorragend gelungen... Auch die helle Sandsteinverkleidung passt sich dem Strassenbild an, ebenso die die Fassade gliedernden Erker, die in etwa der Parzellenstruktur der sie umgebenden Bremer Häuser entsprechen."

Kommentar: Nachdem der Investor auf Veranlassung der Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau einer Umnutzung des ehemaligen Bankgebäudes dank eines von ihm (2019) in Auftrag gegebenen Gutachtens nicht zugestimmt hat, haben die Bürgerinitiative www.keinhochhaus.org sowie Dutzende von Anliegern Einwendungen gegen den vorhabenbezogenen Bebauungsplan 143 bei o.g. Senatorin eingereicht. Denn das ehemalige Bankgebäude soll abgerissen werden und durch drei anstatt ursprünglich geplant einem Hochhaus für Wohnungen ersetzt werden.

Da das Kunstwerk von Bernd Uiberall, in allen Überlegungen, was den Abriss und die spätere Gestaltung in der Kohlhökerstr. 29 betrifft, kaum eine Rolle gespielt hat, möchte ich an die Bremer Bevölkerung nicht nur im Viertel appellieren, für den Erhalt der Boule-Kugeln einzutreten. Sie sind ein kostbarer Bestandteil dieser Strasse, ein Kunstschatz, den es zu würdigen und zu erhalten gilt. Sie sind nicht nur ein Manifest für "Planspiele", die leider bis zum heutigen Tag unter anderen Vorzeichen fortgesetzt werden."

(Anmerkung Moderatorin: ***=stehen für Verlinkungen, die die Bürgerschaftskanzlei nicht veröffentlicht!)
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