L 20/170 - Keine Mehrbelastungen für Oberstufenschüler/innen

L 20/170 - Keine Mehrbelastungen für Oberstufenschüler/innen

Beitragvon Moderator » Mo 8. Jun 2020, 11:00

Herr Till Schierer hat nachstehende Petition eingereicht:

Sehr geehrte Frau Senatorin Bogedan, sehr geehrte Abgeordnete der Bürgerschaft, sehr geehrter Herr Frost,

in den vergangenen Monaten wurde unser Bildungssystem durch die Corona-Krise auf eine harte Probe gestellt. Genau wie nahezu alle anderen Teilhabenden der Gesellschaft, mussten wir Schüler*innen mit starken Einschränkungen in unserem Alltagsleben umgehen. Dadurch haben sich diverse Einzelschicksale ergeben.
Seit einigen Wochen ist es nun glücklicherweise auch wieder einigen von uns Schüler*innen möglich, in einer gewissen Regelmäßigkeit Präsenzunterricht zu erhalten. In dieser Zeit können wir zusätzlich zum mittlerweile in den meisten Fällen funktionierenden Online- Unterricht, den Stoff der jeweiligen Jahrgangsstufen aufholen und uns auf bevorstehende Abschlussprüfungen vorbereiten.
In der derzeitigen Situation fällt eine objektive Bewertung in vielen Fällen schwer. Deshalb begrüßen wir sehr, dass es jetzt eine Richtlinie zur Leistungsbewertung gibt.
Wir stören uns allerdings sehr an den darin getroffenen Regelungen für die Q1, gerade im Zusammenhang mit Klausuren.
Nach der Regelung in diesem Dokument (Mitteilung Nr. 121/2020 des Schulamts für die Stadtgemeinden Bremen und Bremerhaven vom 07.05.2020) sollen in der Q1 in allen Grundkursen jeweils eine Klausur sowie in allen Leistungskursen jeweils zwei Klausuren geschrieben werden. Dies wird neben der Notwendigkeit einer Bewertungsgrundlage auch mit der mit Klausuren einhergehenden Übung für das Abitur begründet.
Wir, die Unterzeichnenden, halten diese Durchführung aller Klausuren für einen falschen Schritt. Die derzeitige Situation ist nicht mit einer normalen Schulzeit zu vergleichen, von Schülern kann nicht dieselbe Leistung erwartet werden und man sollte nicht versuchen, ein normales Abitur 2021 mit normalen Vorleistungen zu erzwingen.
Es ist zeitlich, wegen zahlreichen Unterrichtsausfällen auf Grund der Abiturprüfungen und der Teilung der meisten Kurse, kaum noch möglich zwei Klausuren im selben Fach zu schreiben. Teilweise würden so zwischen zwei Klausuren im selben Fach nur 180 Minuten Unterricht liegen (Die Klausuren dauern mindestens 120 Minuten).
Auch in den Grundkursen ist eine Belastung in Form von Klausuren in jedem Fach nicht zumutbar. Schüler*innen können schon jetzt die enorme Arbeitsbelastung wegen der nebenher Ablaufen diversen familiären Schicksale teilweise kaum tragen. Wie soll es möglich sein, sich nebenbei noch auf drei Klausuren pro Woche vorzubereiten?
Natürlich ist es wichtig, sich auf die Abiturprüfungen vorzubereiten. Das ist jedoch auch mit Hilfe von nicht bewerteten Leistungen ebenso möglich.

Wir, die Unterzeichnenden fordern Sie daher auf, die derzeitigen Maßstäbe zur Leistungsbewertung für die Q1 zu überdenken und zu ändern.

Wir fordern, die Klausuren für die Grundkurse komplett entfallen zu lassen.

Wir fordern die Klausuren für die Leistungskurse auf maximal eine für das jetzige Halbjahr zu begrenzen, ohne diese verpflichtend durchzuführen.

Insgesamt darf man in diesen Krisenzeiten nicht versuchen, normale Maßstäbe anzusetzen.
Moderator
 
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