L 20/111 - Böllerverbot

L 20/111 - Böllerverbot

Beitragvon Moderator » Mi 12. Feb 2020, 10:20

Herr Marco Warstat hat nachstehende Petition eingereicht:


Unsere Eingabe ruft dazu auf, ein Böllerverbot in der Nähe von Reitställen und Pferdeweiden zu etablieren und die gesetzlich bereits bestehenden Verbote besser durchzusetzen.
Ziel soll möglichst ein Böllerverbot auf allen Gebieten mit Weidetierhaltung sein und rund um Zoos/Tierparks, Tierheimen so wie Naturschutzgebieten!
Aus diesem Grund möchten wir „eine möglichst große Welle und eine größtmögliche Ausweitung des Böllerverbots zum Wohle aller Tiere und des Klimas“ erreichen.
Obwohl weit entfernt von einem Allgemeinen Feuerwerksverbot geht man in Bremerhaven keine Kompromisse beim Zoo am Meer ein. Rund um die Gehege der Anlage gilt mit Rücksicht auf die Tiere ein striktes Böllerverbot.

Begründung:
Während viele Menschen dem knallenden Silvester-Feuerwerk gerne zuschauen, sehen viele Weidetierhalter der Knallerei an Silvester mit Sorge entgegen.
Silvester werden besonders Pferde durch das Feuerwerk in Stress, in Angst und in Panik versetzt. Es kann zu Lebensgefährlichen Koliken/Herzinfarkte kommen, aber auch, wenn die Pferde in Panik geraten, zu schweren Unfällen bis hin zum Tod.
Vergessen wir auch nicht die unter den jährlichen Silvesterspektakeln Schlimm leidende Wildtierwelt. Auch die Wildtiere gehören zu unser aller Umwelt und leben oft in der unmittelbaren Nachbarschaft zu unseren Weidetieren.
Außerdem geraten Wild- & Weidetiere jedes Jahr in unvorstellbare Panik, entlaufen oder springen in ihrer Not auf die Straßen und vor Autos, womit sie nicht nur ihr eigenes Leben sondern auch das von Menschen in Gefahr bringen.
Die wahnsinnige Böllerei an Sylvester ist unter anderem auch ein wichtiger Grund für das Insektensterben.
Das tut man Tieren einfach nicht an!
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Re: L 20/111 - Böllerverbot

Beitragvon marco.warstat » Do 13. Feb 2020, 17:06

Ich appelliere an euch, aus Rücksicht auf unser aller Tiere die Silvesterfeuerwerke einzuschränken oder sogar ganz darauf zu verzichten.

Unsere Pferde haben Angst, laufen Panisch im Kreis und erholen sich oft Tage lang nicht mehr von dem Schock. Eines unserer Pferde hat dazu noch eine schwere Atemwegserkrankung (COPD). Auch die Galloway Rinder , die Heidschnucken und die Schafe in unserer Nachbarschaft geraten in Panik! Es besteht die Gefahr von Koliken, Herzinfarkt und Tot. Alle Jahre wieder sterben zahlreiche Pferde an „Silvesterstress“.

In der Nähe von Ställen ist auch die Brandgefahr durch Feuerwerkskörper nicht zu unterschätzen. Auch unser Pferdestall ist stark feuergefährdet, denn bei uns wird Heu und Stroh gelagert.
In den letzten Jahren sind immer wieder Raketen auf unserer Weide und neben unseren Stall gelandet! Diese Überreste können auch in die Mägen unserer Tiere gelangen, für die Tiere ist es extrem gefährlich, wenn die Silvester Hinterlassenschaften in ihren Organismus gelangen, das kann zu schlimmen Verletzungen führen. Silvesterfeuerwerke haben auch aus diesen Gründen in der Vergangenheit schon einigen Tieren das Leben gekostet.

Gleißende Lichtblitze und ohrenbetäubender Lärm fügen auch unserer ohnehin schon dezimierten Vogelwelt enormen Schaden zu, besonders den Zugvögeln, häufig verlieren diese dadurch nachts ihre Orientierung oder fliegen gegen Kirchtürme und Hauswände.

Ein Bild, das um die Welt ging, hat die Mutter eines jungen Mannes geschossen und ist eine echte Mahnung für alle: „eine Hundedame stirbt, im Arm ihres Herrchens.“ Magui ist tot. Sie starb in panischer Angst. Die Mutter schrieb hierzu, an die Anwohner in der Nachbarschaft:
"Dein Spaß hat sie betäubt, sie erschreckt, sie in eine unglaubliche Panik versetzt. Dein Spaß hat sie getötet." Magui gibt all den Tieren ein Gesicht, die in der Silvester-Nacht Angst vor Feuerwerk haben. Dieser dramatische Fall sollte allen Feuerwerksfreunden eine Mahnung sein, lieber zwei Mal über die Zündelei mit Böllern und Raketen nachzudenken.

Wenn Sie selbst Haustiere haben, die Sie angsterfüllt, mit weit aufgerissenen Augen ansehen, sich in die hintersten Winkel verkriechen oder bis zur Erschöpfung Panisch umherlaufen wissen Sie sicher wovon ich spreche.

Feuerwerk ist ein antiquierter Brauch der in den letzten Jahren aus dem Ruder läuft und eine unnütze Gefahr für uns alle, Mensch, Tiere wie Umwelt darstellt.

Ich möchte keine Spaßbremse sein und schlage daher vor, Alternative Orte/Zonen zu bestimmen an denen kontrolliert und unter Aufsicht der Feuerwehr „Geböllert“ werden darf!

Herzlichen Dank für Euer Verständnis.
Marco Warstat (Imker & Pferdehalter)
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Re: L 20/111 - Böllerverbot

Beitragvon Agnieszka Denecken » So 16. Feb 2020, 18:15

Organisiertes Feuerwerk nur an ausgewiesen Plätzen in den Händen von Fachleuten ist die einzige akzeptable Option für Feuerwerk überhaupt. Was in letzten Jahren durch Feuerwerk so passiert ist, ist jenseits von Gut und Böse. Wir als Menschen belasten ohnehin schon unsere Umwelt sehr stark, und vielen scheint es immer noch nicht klar zu sein, dass wir keine zweite Erde zur Verfügung haben. Warum muss es noch zusätzlich so eine sinnlose Umwelbelastung geben? Es ist nicht nur die Tierwelt, es sind auch zunehmend viele Bürger, die sehr darunter leiden; haben jedoch keine Handhabe gegenüber dem terrorisierenden Bevölkerungsanteil. Ja, diese Böllerei ist ein rücksichtloser Terror. Wir erlauben hier in Deutschland jedermann Sprengstoff zu kaufen und damit zu spielen, egal, ob er damit umgehen kann, betrunken ist oder überhaupt ein Funken Verstand im Kopf hat. Mir tun die Kinder Leid, die ahnungslos in den Tagen danach die Böller aufsammeln und Ihre Gliedern verlieren. Bei den (Wild)tieren geht es nicht nur um Verletzungen, sondern um Leben und Tot.
Feuerwerk in privaten Händen gehört generell verboten. Verbotszonen, auch um Weidetierhaltung herum, ist das Mindeste, leider wissen wir alle erfahrungsgemäß, dass sich immer Mitbürger finden werden, die Verbote nicht interessieren, wenn es um den eigenen Spaß geht.
Agnieszka Denecken
 
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Re: L 20/111 - Böllerverbot

Beitragvon Pfiffer » Mi 26. Feb 2020, 08:17

Ich bin darüber erstaunt, dass in dem Moment, wo viele Menschen alkoholisiert sind, Ihnen dann auch noch erlaubt ist, mit Feuerwerkskörpern zu hantieren.
Das allein als Brauchtum zu deklarieren, und die Gefahren und Vorfälle dahinter zu vernachlässigen, finde ich zu einfach.
Der Gesetzgeber hat die Pflicht, seine Bewohner vor Gefahren und Schäden zu schützen.
Von dem Tierleid ganz zu schweigen.
Deshalb bin ich auch für ein generelles Böllerverbot.
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Re: L 20/111 - Böllerverbot

Beitragvon Böllerverbot » Fr 6. Mär 2020, 17:22

Wissen was erlaubt ist bedeutet die allgemeinen Formulierungen im Gesetz für die Örtlichkeit zu konkretisieren.

Was bedeutet denn "unmittelbare Nähe, besonders brandempfindlich...

Wenn Städte und Gemeinden die bestehenden Gesetze anwenden / konkretisieren würden, dann verbietet sich privates Silvesterfeuerwerk oft in weiten Bereichen von alleine.

Beispiele:

· Feuerwerk ist in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen, sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden oder Anlagen verboten.
Mindestabstand von 200 Meter und auch Hospiz, historische Gebäude, Tankstellen, Gastanks, Scheunen, entsprechende Gewerbebetriebe wie Holz, Chemie nicht vergessen. Folge:
https://www.hann.muenden.de/Rathaus-Pol ... uo=2&sub=0

· Tierschutzgesetz
Nicht nur der Zoo ist schützenswert!

Und auch die Beachtung des Tierschutzgesetzes muss "konkretisiert" werden. So sollte auch ein konkreter Abstand zu Tierheimen, Tierkliniken, Reitställen, Nutztierhaltung.... den Bürgern genannt werden.

§ 1 Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen."

· Sicherheitsabstand
Und auch Feuerwerk in Menschenansammlungen und engen Straßen, darf es bei der Einhaltung eines Sicherheitsabstandes nicht geben.

8 Meter ist der vorgeschriebene Sicherheitsabstand für Feuerwerkskörper bzw. pyrotechnischer Gegenstände der Kategorie F2. Das sind zu Silvester für jedermann übliche Feuerwerksbatterien und auch Vulkane und Fontänen.
25 Meter sollten aber allgemein für Feuerwerke mit Feuerwerksbatterien der Kat. F2 eingehalten werden. Verantwortungsvolle Pyrotechniker halten diesen sinnvollen Abstand bei Feuerwerken dieser Kategorie (Klein- oder Nahbereichfeuerwerk) auch ein."
Quelle: http://www.feuerwerke.nrw/mindestabstand.htm

Meine Empfehlung: Bitten Sie die Verwaltung doch einmal auf einer entsprechenden Karte die nicht erlaubten Zonen zu kennzeichnen um diese auch frühzeitig den Bürgern bekannt zu machen.
Nur dann haben die Bürger und die Geschäftsleute frühzeitig die Möglichkeit sich darauf einzustellen. Silvesterfeuerwerk und Veranstaltungen werden jetzt schon geplant und auch online geordert.
Vielleicht verzichten ja dann schon einige auf den Kauf oder Verkauf.
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Re: L 20/111 - Böllerverbot

Beitragvon Moderator » Mo 13. Jul 2020, 12:56

[attachment=0]Abschlussbericht L20-111.pdf[/attachment]
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