L 20/127 (vormals S 20/76) - Kein Windrad am Bultensee

L 20/127 (vormals S 20/76) - Kein Windrad am Bultensee

Beitragvon Moderator » Fr 7. Feb 2020, 11:43

Herr Stephan Hagemann hat nachstehende Petition eingereicht:

Petition zum Änderungsantrag Windrad Bultensee

Wir sind der Meinung, dass der Wechsel von einem Windrad der Firma Senvion zu einem Windrad der Firma Nordex mindestens eine wesentliche Änderung darstellt, und somit hier nahezu keinerlei Baugleichheit besteht, was eine Neubeantragung nach dem neuen EEG (Ausschreibungsverfahren) zur Folge haben muss. Dies versucht der Investor mit einem Änderungsantrag zu umgehen, da er sonst wesentliche finanzielle Einbußen hätte.

Begründung:

1) Wir wissen, dass für das Nordex WR weitere 200t Kies für einen zusätzlichen Ring an Rüttelstopfsäulen außen um die bereits vorhandenen Rüttelstopfsäulen des ursprünglich geplanten Senvion Windrades benötigt werden. Somit ist davon auszugehen, dass das Nordex Fundament weitaus größer ausfällt als das Senvion Fundament. Dies halten wir für weitaus mehr als nur eine wesentliche Änderung. Uns stellt sich die Frage, in wie weit die Entscheidung tragenden Instanzen hierüber überhaupt informiert werden (da es sich ja um ein nicht öffentliches Verfahren handelt, wird uns natürlich keine Einsicht in einen solchen Vorgang gegeben)?

2) Eine Änderung des Fundaments beeinflusst natürlich auch die Rückbaukosten, werden diese in dem Änderungsantrag überhaupt korrigiert?

3) Wir wissen, dass die Straße „Zum Behlingsee“ in der letzten Woche an einer Engstelle (Erlenbewuchs, die Gemeinde Oyten hat dem Investor das Schneiden und Fällen von Bäumen untersagt) kurz vor der Einfahrt in die Baustraße erneut vermessen wurde. Somit müssen wir davon ausgehen, dass eventuelle Schwertransporte größer ausfallen, als bei dem geplanten Senvion WR.

Nachfolgende wesentliche Punkte hatten wir bereits in unserer ersten Petition zur Sprache gebracht:

4) Wir haben bereits die zu geringen Abstände zur Wohnbebauung von ca.500m beanstandet. Wenn eine größere WKA aufgestellt wird ist dieser geringe Abstand zur Wohnbebauung eine noch größere Belastung der Anwohner im Bereich der Lausanner Str. und auf Oytener Seite.

5) Wir haben bereits den enormen Eingriff in das Überschwemmungsgebiet angemahnt. Auch die Aussage vom Gewerbeaufsichtsamt die WKA steht auf einer Erhebung beruhigt uns nicht, da durch die Rüttelstopfsäulen der Wasserlauf unter der Oberfläche massiv beeinflusst wird und in diesem sensiblen Ökosystem zu irreparablen Schäden führen kann. Für die neue WKA sollen diese Rüttelstopfsäulen nochmals mit 200t Kies erweitert werden. Entgegen den Genehmigungsunterlagen und der Aussage von Herrn Dr. Teutsch vom Gewerbeaufsichtsamt (Die Zuwegung darf nur auf Oberflächenniveau gebaut werden) wurde die Zuwegung zur WKA-Baustelle bereits zu hoch aufgeschüttet und es wurde bereits jetzt schon ein Damm (bis zu 80cm über Oberflächenniveau) im Überschwemmungsgebiet errichtet (Dammbauten sind in Überschwemmungsgebieten nicht erlaubt). Es ist noch nicht absehbar wie sich diese massiven Eingriffe auf den Wasserhaushalt und auf das angegliederte Königsmoor auswirken.

6) Wir weisen explizit nochmals darauf hin, dass es sich bei der Lage der Windkraftvorrangfläche um ein fünffach schützenswertes Gebiet handelt. Es handelt sich um ein Landschaftsschutzgebiet, ein Überschwemmungsgebiet, ein Naherholungsgebiet, ein Vogelzuggebiet und ein Vogelrastgebiet. Auch die von der Stadt Bremen so gepriesene Stadtoase Bultensee erfährt eine massive Entwertung für die Osterholzer Bürger, welche sich nicht alle einen Urlaub auf Mallorca erlauben können.

7) Vergessen möchten wir auch nicht nochmals darauf hin zu weisen das es im Bereich der WKA 8 Europäisch geschützte Fledermausarten gibt (trotz massiver Baumrodungen (ca. 90% des Altbaumbestandes) im Bereich Bultensee in den letzten 2 Jahren), 13 geschützte Libellenarten und zahlreiche Rote Liste Vögel, geschützte Pflanzen und Insekten.

8) Wir fordern den Petitionsausschuss der Stadt Bremen auf, unserer Argumentation zu folgen und einen Änderungsantrag abzulehnen und stattdessen eine Neubeantragung für ein wesentlich anderes Windrad (Wechsel von Senvion nach Nordex) vom Investor anzufordern!

Sobald uns technische Daten zum Nordex Windrad bekannt werden, werden wir diese im Vergleich zur ursprünglichen Anlage nachreichen!
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Re: L 20/127 (vormals S 20/76) - Kein Windrad am Bultensee

Beitragvon medioport » Mo 2. Mär 2020, 17:11

In Bayern wurde diese Privilegierung durch die sogenannte 10 H-Regelung eingeschränkt: Windenergie-anlagen müssen im Außenbereich einen Mindestabstand vom Zehnfachen ihrer Höhe zu geschützten Wohngebäuden einhalten.
Sind die Bewohnern in OT Meyerdamm und Tenever mit 2 H-Regelung 5 Fach einfacher, als in Bayern? Ist klar, Unternehmer willst mit Stromkabel zum Stromnetz das Geld sparen, Landtag - das Budget einfüllen. Aber das erste Ziel von Landtag und Parlament - Bewohnern schützen.

Geplante Windanlage ist genau und direkt auf Vogelzug. Müssen meine Enkeln die Horrorfilme Herbst/Frühling genißen? Video hier:
https://www.youtube.com/watch?v=RFynQ-4 ... e=youtu.be

Hochwasser zwischen geplante Windanlage und OT Meyerdamm:
https://s19.directupload.net/images/200302/d6rjnt7e.jpg

Situation mit Entwässerung in Wohngebiet, ca. 400m von Windanlage:
https://s19.directupload.net/images/200302/dacukefd.jpg

Nach Betriebeinführung bleibt das Erde in Radius bis zu 100 m ohne Würmer 100% (Ursache - Vibration und Lärm). Boden wird viel dichter, entsprechend das Wasserniveau wird deutlich höher.

Tiefbau Ing. Mayer (Uni Weimar)
Bewohner OT Meyerdamm
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