S 19/217 - Verbesserung der Kinderbetreuung in Bremen

S 19/217 - Verbesserung der Kinderbetreuung in Bremen

Beitragvon Moderator » Mo 20. Mär 2017, 15:38

Herr Jörn-Tryggve Günther hat nachstehende Petition eingereicht:

Petition zur Verbesserung der Kinderbetreuung in Bremen

Ich bin Vater eines im März 2016 geborenen Kindes. Sowohl ich als auch meine Frau sind voll-zeitig angestellt tätig. Wir haben unser Kind im September 2016 für den März 2017 bei Kita-Bremen und bei unserem Wunschkindergarten per Einschreiben angemeldet und keine Rückmeldung erhalten. Daraufhin hat meine Frau ihre Elternzeit erst einmal von März 2017 auf Ende September 2017 verlängert. Dann haben wir am „ordnungsgemäßen“ Vergabeverfahren teilgenommen und immerhin einen Teilzeitplatz für 3 Tage á 8 Stunden erhalten.
Daraus folgt, da ich der Besserverdienende bin, für meine Frau ein „Quasiarbeitsverbot“ für mehr als 40% der regulären Arbeitszeit.
Es gibt lediglich eine Betreuungsstätte der städtischen Eigenbetriebe Kita-Bremen in unserer Nähe, die Kinder unter drei betreut. Diese hat eine maximale Öffnungszeit von 7-17 Uhr. Unser Wunschkindergarten kann von 6 – 21:15betreuen, wenn entsprechender Bedarf für mindestens drei Kinder gleichzeitig angemeldet wird.
Ich, ebenso wie meine Frau arbeiten als Angestellte der Stadt Bremen im Krankenhaus. Unsere Arbeitszeit beginnt meist um 7 Uhr und endet um 15:30 Uhr. Leider haben wir auch oft zu anderen Zeiten Dienst.
Laut des Vertrages unseres Kindergartens ist ein Vollzeitbetreuung zu verstehen als Betreuung für 40 Stunden pro Woche, also maximal 8 Std. am Tag.
Ich fasse kurz zusammen: Die Stadt Bremen bietet Arbeitsplätze mit Arbeitszeiten an, zu denen es keine Kinderbetreuung gibt. Die Stadt Bremen denkt, man könne 40 Std. die Woche arbeiten, wenn ein Kind 40 Std. betreut wird. Das gesetzliche Gebot für den Staat eine Kinderbetreuung für Kinder arbeitender Menschen zu gewährleisten um diesen zu ermöglichen ihrer Arbeit nachzugehen wird nicht erfüllt.

Die Bürgerschaft möge beschließen, dass die bisherigen Betreuungsangebote völlig unzureichend sind und in keinster Weise den Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht werden. Sie möge beschließen, dass eine Diskussion über pädagogische Konzepte und eine Entwicklung solcher Konzepte ohne die Wahlmöglichkeit zwischen verschiedenen Einrichtungen für die Erziehungsberechtigten nicht möglich oder wenig sinnvoll ist. Sie möge beschließen, dass der derzeitige Zustand eine qualitative wie quantitative Katastrophe ist und dringend der radikalen Verbesserung bedarf.

Sie möge deshalb weiter beschließen, dass voll-zeitige Kinderbetreuung in den Zeiten von 5 Uhr bis 21 Uhr und täglich für 10 Stunden gewährleistet sein muss. Nur dann können Schichtarbeiter (wie z.B. Krankenschwestern, Altenpflegerinnen, Ärztinnen, Polizistinnen, usw.) ihrer Arbeit voll-zeitig nachgehen und sind nicht mehr völlig auf selbstgestrickte Individualmodelle angewiesen.

Weiter möge sie beschließen, dass ein Kind ein Jahr alt wird, wenn es ein Jahr alt wird und nicht erst im darauf folgenden September. Daraus folgt, das Kinder zu jedem Zeitpunkt des Jahres in Einrichtungen aufgenommen werden müssen.
Sie möge beschließen, dass den Eltern, denen kein Platz für die Betreuung ihrer Kinder angeboten werden kann, die Finanzierung einer privat organisierten Betreuung oder der Verdienstausfall (zum Beispiel als Steuererlass) vollständig ersetzt wird.

Sie möge zur Kenntnis nehmen, dass die Kosten durch Steuerausfall wegen Arbeitszeiteinschränkungen erheblich sind und die Bedingungen für Kinderbetreuung in Nachbarbundesländern erheblich besser sind. Der Steuerausfall durch Familienwegzug nach Niedersachsen ist womöglich auch erheblich.
Moderator
 
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Re: S 19/217 - Verbesserung der Kinderbetreuung in Bremen

Beitragvon mmonsees » Fr 7. Apr 2017, 08:34

Mein Mann und ich haben Ihre Petition gern mitgezeichnet, da leicht nachvollziehbar ist, in welchem Dilemma Sie sich befinden. Mit anderen Worten heißt das doch eigentlich, dass Bürger wie Sie, welche in ohnehin äußerst anstrengenden, zudem sozial ausgerichteten Berufen tätig sind, sich keine Kinder "leisten" können. Vielleicht könnte die Einführung von Schichtarbeit in Schulen und Kitas derartige Probleme lösen, zumal einige dort Beschäftigte evtl. aus verschiedenen organisatorischen Gründen gern Früh- bzw. Spätschicht übernähmen.

Eine weitere diesbezügliche Petition wäre vielleicht interessant.
mmonsees
 
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