S 20/198 - Beteiligung der Bremischen Bürger:innen am Bremer City Gipfel

S 20/198 - Beteiligung der Bremischen Bürger:innen am Bremer City Gipfel

Beitragvon Moderator » Fr 7. Mai 2021, 11:25

Herr Wolf-D. Haberland hat nachstehende Petition eingereicht:

Die Petition wendet sich an die gewählte Bremer Bürgerschaft, die Fraktionen und den Senat, mit der Bitte und Forderung, den Bremer City-Gipfel 2021 zur Stadtentwicklung Bremens der gesamten Bremer Bürgerschaft zugänglich zu machen, Vorschläge und Ideen zu sammeln, und in einen Masterplan einfließen zu lassen.

Hierzu einige Diskussionspunkte, Vorschläge und Perspektiven für die Stadtentwicklung und Stadtgestaltung der Freien Hansestadt Bremen:


1. Verlegung des Finanzamtes am derzeitigen Standort Rudolf-Hilferding-Platz 1 in einen Neubau, und Nutzung der ehemaligen Nordwolle-Unternehmenszentrale (Bj. 1928) als Museum von internationaler Ausstrahlung, bei gleichzeitiger Etablierung eines Bremer Museums-Parcours, dessen Anfang das Übersee-Museum am Bahnhofsvorplatz bilden könnte.


2. Die diskutierte Veranstaltungsbühne vor dem St.-Petri-Dom sollte als Kleinkunstbühne konzipiert für Open-Air-Theater und kleinere musiksommerliche Darbietungen zur Verfügung stehen, die das besondere historische Flair der Bremer City hervorheben und berücksichtigen.

Größere Boxen-Konzerte mit Soundverstärkern sollten an einem adäquaten Ort, etwa bei den alten Handelshäfen, auf einer speziellen Bühne, die sich besser für ein Massenpublikum eignet, stattfinden. Durch zu starke Bässe könnten auch die Buntglasfenster des St.-Petri-Domes in Mitleidenschaft gezogen werden und Risse bekommen.

Für das Orchester des Konzerthauses Glocke sollte es eine Freiluftbühne im Umfeld des Sankt-Petri-Domes geben.


3. Die Marktstände im Umfeld des Alten Rathauses/Domshof sollten weiterhin bäuerlichen Betrieben und Fischhändlern aus dem Bremer Umland zur Verfügung stehen, und die Standmieten für die Händlerinnen und Händler bezahlbar bleiben.


4. Die Wilhelm-Kaisen-Brücke sollte zur Domsheide hin die Zügelgurt- bzw. Hängenbrückenoptik ihrer Vorgängerin, der Großen Weserbrücke/Börsenbrücke (1895-1961) erhalten, um Touristen einen Blickfang zu bieten.
Alternativ könnte versetzt eine Rekonstruktion der Großen Weserbrücke als Freizeitbrücke/Flanierbrücke in Betracht gezogen werden.

Bremen steht hier im touristischen Wettbewerb mit Städten wie Dresden oder Köln.


5. Die Rekonstruktion eines Teiles der Altstadt zwischen Wallanlagen und Weserpromenade/Schlachte nach dem Vorbild der Neuen Altstadt in Frankfurt am Main wäre touristisch ein Gewinn, würde der Aufenthaltsqualität in der Innenstadt ein besonderes Augenmerk verleihen, und auch der historischen Erinnerung gerecht werden.

Die weitere Wohnbebauung an der Weser sollte sich an historische Vorbilder anlehnen, damit die Freie Hansestadt Bremen ihr eigenes, unverwechselbares architektonisches Gepräge beibehält.


6. Die Anhebung der Bus- und Straßenbahnhaltestellen der BSAG auf ein Niveau, das Senior*innen mit Rollatoren, Eltern mit Kinderwagen und mobilitätseingeschränkten Menschen, die einen Rollstuhl nutzen, in allen Türbereichen ein stufenloses Ein- und Aussteigen ermöglicht.


7. Auf stählerne Bodengitterroste, die der Bewässerung und Bodenatmung von Bäumen dienen, sollte in Fußgängerzonen wegen der Glätte- und Rutschgefahr bei eisigen Temperaturen und Schneefall verzichtet werden.
Es sollte alles getan werden, um bei der Gestaltung von Fußwegen die Gefahr von Stürzen, und damit verbunden Oberschenkelhalsbrüchen zu minimieren, und die Wurzelbereiche der Bäume alternativ mit durchlässigen Podesten in Holzbauweise oder kleinen Geländern um die offenen Bewässerungsquadrate zu sichern.


8. Die Tradition der Bremer Bürger-Bänke, die von privater Hand gestiftet wurden und Namenstafeln tragen, sollte wie die Spender-Bäume in Parks und Grünanlagen weitergepflegt, ausgeweitet, und anderen Kommunen und Städten in Deutschland ans Herz gelegt werden.


9. Bremen-Oberneuland und Rockwinkel sollten wegen ihrer entwickelten Flora und alten Baumbestände als ganzheitliches Architektur- und Naturdenkmal, unter Berücksichtigung auch des hohen Denkmalwertes der 50er-, 60er- und 70er-Jahre-Eigenheime der Nachkriegsmoderne, die in ihrer architektonischen Formenvielfalt, Grazilität und kunsthandwerklichen Ausgestaltung eine Sehenswürdigkeit sind, sowie der zum Teil, unter Urbanisierungsaspekten dörflich und bäuerlich erhaltenen Strukturen, einen besonderen Schutzstatus und Gebietsschutz erhalten.


10. Die zu beiden Seiten der Weser erhaltenen, sich um das Stadtzentrum ziehenden, stadtbildprägenden Altbremer Stadthäuser sind Bremens Gesicht der Gründerzeit, und sollten Kraft Verordnung und Denkmalschutzsatzung, falls in Einzelfällen Rückbau oder Abriss zwingend erforderlich sind, durch originalgetreue Rekonstruktionen ersetzt werden.


11. Auf der linken Weserseite in der Alten Neustadt sollten an dem Ort, wo der erste sozialdemokratische Reichspräsident der Weimarer Republik, Friedrich Ebert (1871-1925) zusammen mit seiner Frau Louise (1873-1955) vor dem 1. Weltkrieg von 1894 bis 1900 die gewerkschaftliche Schankwirtschaft "Zur Guten Hilfe", Ecke Brautstraße/Westerstraße, betrieben hat und sozial wirkte, Statuen vom Ehepaar Ebert errichtet werden, weil sie Vorbilder für die Emanzipation der Arbeiterklasse und die bürgerliche Emanzipation zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren und sind.

Bremen sollte sich dieses Ehepaares würdigend erinnern.
Moderator
 
Beiträge: 863
Registriert: Di 27. Okt 2009, 09:20

Zurück zu Petitionen in der parlamentarischen Beratung

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast