S 20/55 - Ergreifen von Maßnahmen zur Vermeidung einer Massenpanik im und um den Bremer Hauptbahnhof

S 20/55 - Ergreifen von Maßnahmen zur Vermeidung einer Massenpanik im und um den Bremer Hauptbahnhof

Beitragvon Moderator » Fr 6. Dez 2019, 15:03

Es wurde nachstehende Petition eingereicht:


Die Bremische Bürgerschaft wird gebeten, die nötigen Maßnahmen zur Vermeidung einer Massenpanik im und um den Bremer Hauptbahnhof zu beschließen.

Begründung:
Natürlich ist es richtig, dass immer mehr Menschen die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen. Aber der Bremer Hauptbahnhof ist mittlerweile oft sehr voll. Es ist oft kein schönes Gefühl, von kreuz und quer laufenden Menschen bedrängt zu werden.
Der Bahnhof sollte ein Drehkreuz für den öffentlichen Personenverkehr sein, das ist seine Aufgabe. Doch in Zeiten hohen Verkehrsaufkommens kann der Hauptbahnhof dieser Aufgabe kaum noch gerecht werden. Der Bahnhof wird aufgrund zahlreicher Faktoren zu einer Leitung mit zu hohem Widerstand (Flaschenhals).

Gründe dafür sind:

1. Der Bahnhofstunnel ist links und rechts mit Ladengeschäften gesäumt. Die Geschäfte behindern den Personenfluss. Es ist teilweise schwierig ein Ladengeschäft wieder zu verlassen. Insbesondere die tunnelseitigen Tresen behindern durch die Bildung von Schlangen das Durchkommen. Die Lauffläche wird dadurch verschmäht.

2. Die Tunnelmitte ist durch ein Wildwuchs von weiteren Ständen blockiert. Dadurch wird der Personenfluss weiter gestört. Die Menschen haben weniger Platz zum Queren des Tunnels, also um auf die andere Gleisseite zu gelangen. Der Flaschenhals wird dadurch enger.

3. Menschen mit Fahrrad oder Kinderwagen oder Rollstuhl können kaum manövrieren, ohne anderen Personen in die Quere zu kommen. Es muss aber beides gewährleistet bleiben.

4. Menschen, die von der Straßenbahn zur Bürgerweide wollen, nehmen den kürzesten Weg durch den Bahnhof. Dies erhöht den Menschenstrom und damit das Gedränge. Es fehlt an Entlastungsmöglichkeiten/Ausweichrouten. Der Lloydtunnel, der seit dreißig Jahren geschlossen ist, wäre so eine Entlastungsstrecke.

5. Der Bahnhof kommt an seine Grenzen insbesondere bei Großveranstaltungen im Weser-Stadion. Gerade alkoholisierte Personen und/oder gewaltbereite „Fußballfans“ stören das gefahrlose Benutzen des Bahnhofs.

6. Volksfeste: Viele Menschen durchqueren den Bahnhof, um zum Volksfest auf der Bürgerweide zu gelangen. Zusätzlicher Input an Menschen, besonders ein Problem bei stark alkoholisierten Personen.

7. Menschliches Verhalten: Menschen die zu einem Event möchten, tauchen manchmal in Herden auf. Als Einzelperson ist man oft gezwungen, einer entgegenkommenden Herde auszuweichen, ein durchschlüpfen ist kaum möglich.
Menschen, die in Eile sind, um eventuell einen Anschlusszug zu erreichen, weisen eine höhere Risikobereitschaft auf. Dadurch steigt die Unfallgefahr.

8. Es fehlt in Bremen an einem gut sichtbaren/tastbaren Personenleitsystem. Gerade sehbeeinträchtigte Menschen müssen besonders selbstbewusst sein, um sich in den Bahnhof zu trauen.


Eine Erlebnis, dass ich in diesem Sommer machte war folgendes: Vor mir ging ein älterer Herr mit vornübergebeugter Haltung und kleinen Schritten. Von rechts kam ein anderer Mann die Treppe herunter, offensichtlich dem Regionalexpress aus Hannover entstiegen, der es eilig hatte. Der alte Mann wurde mit dem rechten Fuß an einer Ferse getroffen, worauf dieser lang zu Boden klatschte. Der alte Herr wurde dann von anderen Passanten vom Boden aufgesammelt und weggetragen. Der Unfallgegner hatte davon nichts mitbekommen.

Im Oktober und November diesen Jahres ereignete es sich gleich dreimal, dass Heimspiele des SV Werder Bremen und der Freimarkt zu einem Massenansturm auf den Hauptbahnhof führten.
Mir wurde berichtet, dass bei einer dieser Situationen die Polizei auf dem Bahnhofsvorplatz über Lautsprecher die Menschen dazu aufgefordert hat, den Bahnhof nicht zu benutzen. Mir wurde von empfundener Panik auf dem Bahnhofsvorplatz berichtet.

Es werden folgende Maßnahmen vorgeschlagen:
a) Panik-Simulation und wissenschaftliches Gutachten
b) Erarbeitung eines Konzepts zur Krisenintervention.
c) Entlastungsmöglichkeiten zur Lenkung der Menschenströme im und um den Hauptbahnhof, kameraüberwachte Wiedereröffnung des Lloydtunnels.
d) Sonderhalt von Zügen in einem anderen Bahnhof, z.B. Sebaldsbrück oder Neustadt, bei Massenveranstaltungen im Weser-Stadion.
e) Entfernung von Störfaktoren/ Barrieren in der Tunnelmitte und an den Tunnelseiten
f) gut sichtbares und taktiles Personenleitsystem
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