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L 20/298 - Schaffung eines Unterrichtsfachs zu den Themen Klimaschutz, Tierschutz und globale Gerechtigkeit

BeitragVerfasst: Di 9. Feb 2021, 14:58
von Moderator
Herr Eric Schiller hat nachstehende Petition eingereicht:

Es ist fünf vor zwölf! Einführung des Schulfachs „Mensch, Tier, Klima“ - für eine sinnvollere Bildung.
Unsere Forderung: Ein Unterrichtsfach mit thematischen Inhalten zum Klimaschutz, Tierschutz und zur
globalen Gerechtigkeit.

„Es ist kurz vor Zwölf“, warnen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, und so hallt es – je nach aktuellen
Ereignissen – in den Nachrichten wider. Dass es kurz vor Zwölf ist, rufen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene
auf den Straßen – weltweit. Die Schule beginnt kurz vor Acht. Und mit dem Gong zum Unterricht: Binomische
Formeln, Goethe und das französische Verb être - sein. Aber wo wir schon einmal beim Thema „sein“ sind: Wo auf
den Lernplänen finden aktuelle Themen ihren Platz, die entscheidend für die Gegenwart der Schülerinnen und Schüler
und für die Zukunft sind? Es ist kurz vor Acht, und an Deutschlands Schulbänken brütet die Generation ‚for Future‘
über Gedichtinterpretationen. Wie Klimaschutz und Klimagerechtigkeit funktionieren, das lernen Kinder und
Jugendliche weder im Biologie- oder Erdkundeunterricht noch in der Schulmensa, wo die CO2-Bilanz natürlich nicht
mit auf den Essensplan gedruckt wird. Und auch während der Fridays For Future-Proteste kommt die kritische Frage,
was jede*r von uns zu einer gerechteren Welt beitragen kann, leider zu kurz.
All das wollen wir ändern, indem wir fordern: Fakten, Bildung, Orientierung, kritische Reflexion und Sensibilisierung
hinsichtlich Klimawandel, Tierethik sowie sozialer Ungerechtigkeit. Und im selben Atemzug ein Unterrichtsfach
„Mensch-Tier-Klima“. Eine Debatte darum, unsere Kinder und Jugendlichen für die Zukunft zu wappnen, sollte
höchste Aktualität besitzen.
Man kann es auch positiv sehen: Es ist kurz vor Acht, und es gibt so viel zu lernen, bevor die Uhr Zwölf schlägt. Eine
Metaanalyse* hat gezeigt, dass nicht nur unsere Werte und unsere politische Ausrichtung, sondern ebenso die
Erfahrungen aus Kindheitstagen (bzgl. Naturschutz) sowie unsere Persönlichkeit eine Rolle bei umweltethischen
Fragen spielen. So zeigten sich offene und experimentierfreudige Menschen eher bereit, Normen und Werte zu
hinterfragen. Und zur Offenheit, Experimentierfreudigkeit und zum kritischen Hinterfragen von Wertesystemen sollte
unser Schulsystem doch animieren, oder nicht?
- Die Metastudie der University of Edinburgh umfasst 38 Studien mit insgesamt 44.000 Versuchspersonen
Eine detaillierte Auflistung unserer Vorstellungen finden sie hier:

Begründung:

Begründungen in Stichpunktform:

- Erlernen wichtiger Grundlagen, um die Umwelt zu schützen, z.B. das Pfandsystem
- Animierung selbst zugunsten der Umwelt und des Tierwohls tätig zu werden, z.B. Recyclingprojekte,
Müllsammelaktionen etc.
- min. 5,25 Billionen Plastikteile befinden sich in den Meeren; dieser Müll verletzt Meerestiere, findet sich in den
Mägen vieler Tiere wieder und landet über die Nahrungskette im Menschen
- ausführliche Reflexion des menschengemachten Klimawandels (interdisziplinär)
- 99,94 % der Wissenschaft, die den Klimawandel als menschengemacht ansehen. Deswegen sollten schon
Kinder & Jugendliche ein klimafreundliches Leben erlernen. So wird ein stärkeres Bewusstsein geschaffen.
- Sensibilisierung bzgl. der Verschwendung von Konsumgütern: In Deutschland werden jährlich (nach
Schätzungen des WWF) 18 Mio. Tonnen an Lebensmitteln weggeschmissen
- Transparenz hinsichtlicher globaler Verschwendung, die Klimaungerechtigkeit sowie Hunger provoziert:
- rund 800 Mio. Tonnen der Weltgetreideernte sowie 250 Mio. Tonnen Sojaschrot werden für die Tierfütterung
eingesetzt
- 1/3 der nutzbaren Ackerfläche dient dem Anbau von Futtermittel für Nutztiere
- 70% des verfügbaren Frischwassers wird in der Landwirtschaft verbraucht, während 3,5 Menschen jährlich an
den Folgen schlechter Wasserversorgung sterben
- Kennenlernen verschiedener Tierarten, deren menschengemachten Kategorien (Haustier, Wildtier, Nutztier)
sowie kritische, kindgerechte Auseinandersetzung mit Haltungsformen (Käfighaltung, Zoo, Aquarium,
Tiermast)
- Hinterfragen des durch den Konsum provozierten Tierleids
der breite Konsum tierischer Produkte geht mit der Ausbeutung von Arbeitskraft und den Masttieren einher
die konventionelle Tierhaltung soll betrachtet und die Alternativen kritisch reflektiert werden
- wir fordern ein Unterrichtsmodell, das ohne Interessenvertretung - bspw. durch Landwirtschaftsverbände oder
Tierschutzorganisationen - beim Schulmaterial auskommt
- wir fordern einen differenzierten und mehrperspektivischen Umgang mit kritischen Fragen hinsichtlich Umwelt,
Klima, Tierwohl und Menschenrechten
- wir wünschen uns, dass Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene eine eigene Position entwickeln und sich
ein Bewusstsein der oben angesprochenen Themen entwickelt