S 20/61 - Erhalt der Recycling Station am Weserpark

S 20/61 - Erhalt der Recycling Station am Weserpark

Beitragvon Moderator » Mo 9. Dez 2019, 15:54

Frau Ria Pleister hat nachstehende Petition eingereicht:


Die Bremische Bürgerschaft möge sich dafür einsetzen, dass die Recycling-Station am Weserpark für einen weiteren Betrieb ertüchtigt oder durch einen in der Nähe iiegenden anderen Standort ersetzt wird.

Die vorgesehene ersatzlose Schließung der Station würde die Bewohner der Stadtteile Osterholz, Mahndorf und Arbergen erheblich beeinträchtigen. Diese Gebiete zeichnen sich durch zumeist größere Grundstücke und insbesondere Gartenflächen aus. Der Verweis auf die Stationen in Oberneuland oder Hemelingen führt nicht nur für die Anwohner zu deutlich längeren Anfahrtswegen, sondern würde auch die Kapazität dieser Stationen übersteigen. Schon jetzt sind beispielsweise in der Station Oberneuland erhebliche Zu- und Abfahrtsprobleme die Regel.

Die Entsorgung der Gartenabfälle ohne eine stadtteilnahe Entsorgungsmöglichkeit wird voraussichtlich zu ungeordneter und nicht fachgerechter Entsorgung führen.

Gerade ältere Einwohner ohne eigenes Kfz. benutzen die derzeitige Station, um mit dem Fahrrad Grünabfälle oder andere recyclebare Abfälle zu entsorgen. Der Weg nach Oberneuland oder Hemelingen dürfte für viele künftig nicht mehr realisierbar sein.

Wenn dem Recyclinggedanken auch aus politischer Sicht zunehmend Rechnung getragen werden soll (und muss), erscheint es kontraproduktiv, eine Recycling-Station in einem Stadtgebiet mit rd. 40.000 Einwohnern ersatzlos zu schließen. Der Verweis auf andere Stationen mit deutlich höherem Wegeaufwand und und schon jetzt begrenzten Kapazitäten erscheint in diesem Zusammenhang eher als gedankenloser Zynismus.
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Re: S 20/61 - Erhalt der Recycling Station am Weserpark

Beitragvon EGREFF » Di 10. Dez 2019, 10:01

Sehr viele Bürger in Mahndorf benutzen seit Jahren den Recyclinghof im Weserpark, der seit September vorläufig und nun endgültig geschlossen bleiben soll. Es ist unglaublich und wenig bürgernah wegen angeblich zu teurer Arbeitsschutzmassnahmen für 2 Mitarbeiter die Station zu schließen. Am 6.11. hieß es noch, es seien nur kleine Änderungen an den Toren nötig!! Der Beirat Osterholz wird hier vielleicht Position beziehen und intervenieren. Für die Anwohner aus dem Kuhkamp und Mahndorf, wo viel Ältere bislang mit dem Fahrrad oder Handkarren ihr Schnittgut zum Weserpark brachten, ist die Alternative Oberneuland oder Hemelingen mit wesentlich größeren Entfernungen und verbraucherunfreundlichen Öffnungszeiten keine Alternative.
Die Entscheidungsgrundlagen für die Schließung sind zu hinterfragen und zu klären, ob die Arbeitsschutzmaßnahmen nicht doch im Sinne der Anwohner in Osterholz, Kuhkamp und Mahndorf finanziert werden sollten. Das öffentliche Interesse an der Aufrechterhaltung der Station ist doch unverhältig größer als die Maßnahmen für 2 Mitarbeiter. Ich wohne seit mehr als 30 Jahren in Mahndorf und habe die Station seit ihrer Eröffnung mit vielen Nachbarn hier aus dem Viertel stark frequentiert. Niemals habe ich in dieser Zeit von einem Arbeitsunfall gehört. Da ich ja selber Ingenieur bin und beruflich mich häufig mit Arbeitschutzauflagen auseindersetzen mußte, kann ich mir auch keinen Grund vorstellen, der nicht lösbar wäre.
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Re: S 20/61 - Erhalt der Recycling Station am Weserpark

Beitragvon Helmut » Fr 13. Dez 2019, 12:50

Ich schlage einen zügigen Neubau an der Thalenhorststraße vor: auf dem Gelände der ehemaligen Tennishalle.
Dort können alle Kriterien erfüllt werden.
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Re: S 20/61 - Erhalt der Recycling Station am Weserpark

Beitragvon schreve » Mo 6. Jan 2020, 13:17

Die Bürger*innen im Stadtteil Osterholz werden durch die Schließung der Station am Weserpark für mindestens zwei Jahre von der wohnortnahen Entsorgung ihrer Abfälle abgeschnitten, die ihnen durch das Abfallortsgesetz und das Abfallwirtschaftskonzept der Stadt Bremen garantiert ist. Dieses bremische Konzept der wohnortnahen Recycling-Stationen ist von der Politik beschlossen und von den Müllgebühren bezahlt.

„Kaufen und Entsorgen an einem Ort – Wir vermeiden zusätzliche und unnötige Autofahrten“. Das waren die Worte des Umwelt-Staatsrates zur Eröffnung der Station am Weserpark vor über 25 Jahren. Und jetzt, wo die Verminderung von Autofahrten ganz oben auf der Klimaschutzliste steht, wird diese verkehrsmindernde Recycling-Station geschlossen. Und die Nutzer*innen der Station am Weserpark müssen jetzt lange Wege zur Station Oberneuland fahren, wodurch völlig unnötige CO2- und Feinstaubbelastungen entstehen.

Die Station am Weserpark ist vermutlich der einzige Wertstoffhof in Deutschland, der montags bis samstags mit Öffnungszeiten von 09 bis 20 Uhr punkten kann. Für die Bürger*innen auch über den Stadtteil Osterholz hinaus eine attraktive Alternative zu den engen Öffnungszeiten der anderen Recycling-Stationen. Dieser Service, der auch zu mehr Recycling beiträgt, wird einfach aufgegeben.

Seit über 25 Jahren arbeiten der Weserpark und die Stadt Bremen zum Nutzen der Umwelt und der Abfallgebühren zusammen, denn der Weserpark bezahlt die Investitionen und die Betriebskosten für die Recycling-Station. Diese funktionierende Zusammenarbeit wird zerstört und das finanziell erhebliche Engagement des Weserpark- Einkaufszentrums respektlos behandelt.

Die Schließung der Recycling-Station am Weserpark muss deshalb sofort zurückgenommen werden. Ein Weiterbetrieb der Station am gleichen Ort bis zur Fertigstellung der neuen Station kann mit geringem Aufwand in kurzer Zeit sichergestellt werden.
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Re: S 20/61 - Erhalt der Recycling Station am Weserpark

Beitragvon EGREFF » Sa 11. Jan 2020, 11:29

Trotz des Beschlusses des Osterholzer Beirats vom 9.12. (Aufforderung den Betrieb wieder aufzunehmen) und des aussergewöhnlichen Zuspruchs der Bürger mit über 1620 Unterschriften (nicht nur in Osterholz sondern auch in Mahndorf!) schuf die Stadtreinigung Fakten und begann die Recycling-Station Weserpark abzubauen. Die nachgeschobene Erläuterung (Artikel im Weserkurier online vom 9.1.) ist ziemlich unglaubwürdig.
Das empfinden wir Mahndorfer Bürger als eine außergewöhnliche Ignoranz und Mißachtung der Bürgerinteressen in einem Einzugsgebiet von fast 40000 Einwohnern. Frau Schäfer sollte dazu aufgefordert werden , unverzüglich den Runden Tisch einzuberufen und die Maßnahmen zur Schließung auszusetzen.

Normalerweise sollten , während einer laufenden Petition keine Fakten geschaffen werden. Es besteht zwar keine gesetzliche Verpflichtung aber eine Absprache zwischen Petitionsausschuß und den Ressorts.

Am 9.1.20 hat übrigens auch der Beirat Hemelingen einen Beschluß gefaßt, der die Forderungen des Beirats Osterholz im Sinne der Bürger von Mahndorf und Arbergen vollinhaltlich unterstützt und die Alternativen in Oberneuland und Hemelingen oder Hulsberg als nicht akzeptabel bezeichnet.
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Re: S 20/61 - Erhalt der Recycling Station am Weserpark

Beitragvon EGREFF » Mo 20. Jan 2020, 12:24

Im heutigen Weserkurier vom 20.1.20 konnte man nun auf der Titelseite ausführlich die wahren Gründe für die Schließung der Recyclingstation Weserpark lesen. Das Abfallwirtschaftskonzept, in dem ein wohnortnahes Netz von Recyclingstationen festgeschrieben ist, steht wohl auf dem Prüfstand. Die Stadtreinigung hat wohl ein Projekt laufen, daß am Hamburger Modell orientiert nur noch wenige große Stationen übriglassen wird, was auf nur noch 5 Stationen statt 15 im ganzen Stadtgebiet hinausläuft. Die sogenannten schweren Mängel, die zur Begründung aufgeführt worden, die Station Weserpark zu schließen, waren doch nur vorgeschoben und sind aus meiner Sicht als Ingenieur völlig haltlos und könnten leicht behoben werde. Die Petition , die heute mit weit über 1700 Unterschriften die Zeichnungsfrist erreicht, werden die angesichts dieses Hintergrundes trotz des großen Zuspruchs aus der Bevölkerung totlaufen lassen. Und die Alternativen im Nußhorn oder Panrepel, wird die Stadtreinigung dann auch nicht angehen und das neue Konzept durchziehen. Dies ist nicht nur in Schlag ins Gesicht für 40000 Einwohner im Einzugsbereich der Station in Osterholz, Kuhkamp, Mahndorf Arbergen, sondern für alle Bremer Bürger mit Garten. In Zukunft wäre dann ein erheblicher Mülltourismus in Bremen durch die deutlich verlängerten Zufahrtswege zu den 5 Stationen die Folge mit schädlichem Auswirkungen auf die CO2 Bilanz. Und ältere Bürger, die ihren Grünschnitt per Fahrrad oder Handkarren entsorgt haben, werden vollends abgehängt. Das hätte z.B. die Konsequenz, dass man gezwungen ist , Gärten radikal von Büschen und Bäumen zu befreien, um weniger Grünabfall zu haben. Auch das ist sicher nicht im Sinne des "Green Deals". Ich würde daher anregen, daß in der Bürgerschaft parteienübergreifend eine aktuelle Stunde in der Bürgerschaft beantragt wird, in der diese Vorgänge hinterfragt werden und die Senatorin Rede und Antwort stehen muß. Ziel muß doch sein im Sinne der Bürger und der Umwelt der Erhalt eines dezentralen und wohnortnahen Abfallwirtschaftskonzepts! Wie der Kommentar auf Seite 2 des WK richtig sagt: Bürgerbeteiligung geht heute anders!!!
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