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S 19/396 - Kostenexplosion beim Neubau des Klinikums Bremen-Mitte

BeitragVerfasst: Do 22. Nov 2018, 09:41
von Moderator
Herr Jan-Erik Hansen hat nachstehende Petition eingereicht:



Sehr geehrte Damen und Herren,

mit der Petition soll erreicht werden, dass

1.den genannten Vorwürfen und Sachverhalten des Buches –„Die öffentliche Verschwendung“-Ausgabe 2017 des Schwarzbuches vom Bund der Steuerzahler nachgegangen und die Vorgänge
aufgeklärt werden.

2. dass dieses Problem grundsätzlich und allgemein gelöst und beantwortet wird, damit es sich zeitnah, zukünftig und dauerhaft nicht wiederholt.



Es sollten ferner positiv den Sachverhalt ändernde Konsequenzen und Missbilligungen erfolgen.


Mit freundlichen Grüßen



Jan-Erik Hansen
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Chaos-Baustelle an der Weser

Kostenexplosion bei Neubau am Klinikum Bremen-Mitte.

Beim Neubau des Klinikums Bremen-Mitte laufen die Kosten gewaltig aus dem
Ruder – die Mehrkosten betragen bis dato 120 Millionen Euro. Auch die
Fertigstellung verzögert sich um viele Jahre. Der städtische Klinikverbund war
bisher mit der Umsetzung des Mammutprojekts sichtlich überfordert, die Liste
an Pannen und Fehlern ist entsprechend lang.

Bremen. Mit einem millionenschweren Neubau am Klinikum Bremen-Mitte wollte der
städtische Klinikverbund Gesundheit Nord (GeNo) gleich zwei Fliegen mit einer
Klappe schlagen: einerseits den enormen Sanierungsstau abbauen und andererseits
den Krankenhausbetrieb wirtschaftlicher gestalten. Doch sechs Jahre nach dem
Spatenstich im Mai 2011 sind die Verantwortlichen längst von der bitteren Realität
eingeholt worden.

Der Neubau verteuert sich von damals vorgesehenen 230,8 Millionen Euro auf
mindestens 350 Millionen Euro – die horrenden Mehrkosten von 120 Millionen Euro
entsprechen den jährlichen Gesamtausgaben des Nachbarlandes Niedersachsen für
sein Krankenhaus-Investitionsprogramm! Zudem werden die neue Zentralchirurgie
und die modernen Patientenzimmer – statt ab dem zweiten Quartal 2014 – erst Ende
2018 vollständig bezugsfertig sein, also mehr als viereinhalb Jahre später.
Für die finanziell angeschlagene GeNo bedeutet dies erhebliche Mehrbelastungen
durch die gestiegenen Baukosten und die seit Jahren ausbleibenden
Effizienzgewinne, die man sich vom Neubau versprochen hatte. Das ist eine
beunruhigende Nachricht für die Steuerzahler, weil sie im Notfall die städtische
Krankenhausgesellschaft wieder finanziell stützen müssen.
Wie konnte es nur zu dieser Kostenexplosion und der Zeitverzögerung kommen? Die
Liste an Fehlern, Versäumnissen und Pannen ist lang. Fehlerhafte Auftragsvergaben
mit daraus folgenden juristischen Auseinandersetzungen, mangelhafte Planungen,
häufige Planänderungen während der Bauphase, geschönte Kostenangaben und ein
umstrittenes Projektmanagement sind einerseits zu nennen. Hinzu kommen
andererseits die Insolvenz eines Unternehmens, das mit Elektroarbeiten betraut war,
der Rauswurf einer Trockenbaufirma, massive Probleme mit Lüftungskanälen und
andere Widrigkeiten wie Überflutungen durch Starkregen im Jahr 2016. Der
Hauptgrund für das Neubau-Desaster am Klinikum Bremen-Mitte liegt aber in der
Überforderung des städtischen Klinikverbundes wie auch des Senats mit dem
komplexen Projekt. Die Hinzuziehung eines Generalplaners und eines
Projektsteuerers konnte das unzureichende baufachliche Know-how des öffentlichen
Bauherrn nicht mehr ausgleichen.

Der Bund der Steuerzahler meint:

Der Bremer Senat hätte sich den Klinik-Neubau besser von einem
Generalunternehmer schlüsselfertig und zum Festpreis erstellen lassen sollen – oder
er hätte Planung, Bau, Finanzierung und spätere Gebäudeunterhaltung ganz in die
Hände von privaten Investoren legen sollen.